Aikido Wissenswertes

  • AiKiDo setzt sich aus drei Elementen (Begriffen) zusammen:

    Ai bedeutet so viel wie Liebe, Harmonie, Dynamik. Darin steckt sowohl der Umgang mit anderen Menschen als auch die unvoreingenommene Einstellung.

    Das Ki ist die Kraft des Universums aber auch die Lebensenergie, die unseren Körper durchströmt.

    Do ist der absichtslos gegangene Weg des Lernens und der Bereicherung durch gesammelte Erfahrung.

    AiKiDo ist im Grunde zwar eine Kampfkunst aber nicht nur.
    Statt Selbstverteidigung und Kampfkraft werden Miteinander und Harmonie geübt. AiKiDo ist nicht leistungsorientiert.
    Die Bewegungen selbst haben eine reinigende, klärende Wirkung auf Körper und Geist.
    Aber auch für viele, die noch auf der Suche nach ihrem Weg sind, kann AiKiDo zu einer Quelle der Inspiration werden.
    Der besondere Kern des AiKiDo liegt in der Schönheit und dynamischen Geometrie der aufeinander abgestimmten Bewegungsformen, die zu zweit ausgeführt werden und dadurch ihren Sinn erhalten. Die Übungsatmosphäre ermöglicht entspannte Konzentration, Einstimmung auf sich und die Übungspartner, Freude in der Bewegung.
    AiKiDo kann von jedem Menschen geübt werden und setzt weder Sportlichkeit noch Können voraus, sondern ist ein Angebot an die Lust, mit etwas ganz neu anzufangen auf dem Weg zum Möglichen.

  • Aikido ist eine moderne japanische Kampfkunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Morihei Ueshiba als Synthese verschiedener Aspekte unterschiedlicher Budō-Disziplinen, vor allem aber als Weiterentwicklung des Daito-Ryu Aiki-Jūjutsu begründet wurde.
    Das Ziel beim Aikido ist es, Aggressionen abzuwehren und die Kraft des Angreifers zu nutzen, um diesen in eine Situation zu bringen, in der er nicht ohne Weiteres einen erneuten Angriff starten kann. Dies geschieht in der Regel durch Wurftechniken und Hebel, die den Großteil der Aikido-Techniken ausmachen. Eine Besonderheit des Aikido ist, dass es relativ wenige Angriffstechniken besitzt und mehr Gewicht auf den defensiven Part legt.

  • Beim Aikido beruhen alle Techniken auf physikalischen Prinzipien und dem Fluss des Ki (z.B.: Achsen, Hebel, Kinetik und der Kokyu), die dem Ausführenden weniger Kraft sondern vielmehr Genauigkeit, Konzentration und Zentriertsein abverlangen. Die Angriffsenergie wird im Gegensatz zu vielen anderen Kampfkünsten nicht geblockt, sondern so umgelenkt, dass der Verteidiger daraus einen Vorteil erlangt. Dabei werden im Wesentlichen zwei Prinzipien verwendet, „Irimi“ und „Tenkan“. Irimi ist das Prinzip des „in den Angriff Eintretens und mit ihm Harmonisierens“, während man mit „Tenkan“ den Angriff mit einer Drehbewegung vorbeilässt und dabei mit ihm harmonisiert.
    Die zentrale Kraft im Aikido ist Kokyu, die Atemkraft, die der Muskelkraft des körperlich Stärkeren überlegen ist. Genauer bezeichnet ist Kokyu der Atem, Kokyu dosa heißt Atemkraftbewegung aus dem Seiza und Kokyu ho ist eine Übung zur Entwicklung der Atemkraft. Die Atemkraft und das Ki gehören zusammen. Wenn die Atemkraft richtig geübt wird, wird auch der Fluss des Ki positiv beeinflusst.
    Aikido kann von Menschen jeder Größe und jeden Alters praktiziert werden. Es ist eine der schwerer erlernbaren Kampfkünste, und es benötigt mehrere Jahre Übung, bis ein Schüler in der Lage ist, sich damit wirksam zu verteidigen. Dass Aikidō geeignet ist, in einer entsprechenden Situation effektiv zur Verteidigung eingesetzt zu werden, wird selten bestritten, obwohl Aikidō von außen betrachtet meist sehr harmonisch, wenn nicht gar tänzerisch und choreografiert wirkt.
    Da Ueshiba, der von den Aikidoka O-Sensei (japanisch: Altehrwürdiger Lehrer, oft auch Großer Lehrer) genannt wird, ein Experte in der Handhabung von Schwert (Katana), Speer, Stab/Stock (Bo, Jo) und auch im Jiu-Jitsu und anderen Kampfkünsten war, beinhalten die Techniken des Aikidō viele fließende Bewegungen und werden zum Teil mit entsprechenden Namen bezeichnet. In seiner besten Zeit (im Alter von ca. 55 Jahren) galt Ueshiba (der nur ungefähr 1,55 m groß war) in den einschlägigen Kampfkunstkreisen Japans als unbesiegbar. Eine Anekdote berichtet, wie der damals berühmteste Ringer Japans in Ueshibas Dojo kam und ihn bat, ihm seine Kunst zu demonstrieren. Dieser forderte den Ringer daraufhin auf, ihn hochzuheben, welches demselben nicht möglich war. Auf die Frage nach dem Trick, der dahintersteckt, antwortete Ueshiba: „Ich bin in Einheit mit dem Universum. Wer kann das bewegen?“
  • Die zentrale Stadt für Aikido ist Tokio in Japan, in der das Honbu Dojo (jap.: Hauptübungshalle) angesiedelt ist.
    Im Jahre 1951 stellte Meister Mochizuki Minoru in Frankreich zum ersten Mal Aikido in einem europäischen Land vor. Im folgenden Jahr kam Meister Tadashi Abe in Marseille an und begann, Aikido in Europa zu verbreiten. Im Jahre 1953 wurde Aikido auf Hawaii durch Koichi Tohei eingeführt. 1956 ging André Nocquet als erster Franzose nach Tokio, um im Aikikai zu trainieren. 1961 kam Meister Masamichi Noro nach Paris. Um etwa 1960 wurde die Kampfkunst nach Deutschland gebracht. Als wichtigste Einzelpersonen sind hier Katsuaki Asai, der 1965 23-jährig vom Aikikai als offizieller Vertreter nach Deutschland gesandt wurde, und Gerd Wischnewski zu nennen, der sich Anfang der 1970er Jahre vom Aikido und Kendo zurückzog. Im Jahre 1965 wurde Aikido in Australien bekannt. In Europa wurde die Verbreitung von Nobuyoshi Tamura und Masamichi Noro, beide waren Uchideshi von Morihei Ueshiba, von Frankreich aus vorangetrieben. Hiroshi Tada verbreitete Aikido von Italien aus, während Katsuaki Asai seine Dienste aus Deutschland heraus leistete. Später kamen noch Masatomi Ikeda (Schweiz), Yasufusa Kitaura (Spanien) und Kazuo Chiba (Vereinigtes Königreich) hinzu. In den sechziger Jahren zerstreuten sich Ueshibas Schüler der Nachkriegszeit über die ganze Welt. Heute gibt es fast in allen Ländern der Welt Aikido-Dojo.
    Die „Internationale Aikido-Föderation“ (I.A.F.) wurde 1975 gegründet und umfasst sechs kontinentale Verbände und mehr als vierzig nationale Aikido-Verbände. Daneben gibt es
    viele weitere Verbände und Dojo innerhalb und außerhalb des Aikikai.

    Quelle: Wikipedia